Buchcover von "Jonny Appledeed" (©Albino Verlag)
Buchcover von "Jonny Appleseed" (©Albino Verlag)

Jonny Appleseed – Buchpräsentation

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Eben noch in Leipzig zur Buchmesse, dessen diesjähriges Gastland Kanada eine Delegation von Autor*innen nach Deutschland schickt und jetzt in unserer schönen Hauptstadt: Joshua Whitehead, ursprünglich aus jenem nordamerikanisches Land, präsentiert der queeren Gemeinde in Schöneberg seinen Roman „Jonny Appleseed“. Das Buch wurde schon mehrfach ausgezeichnet, und Du bekommst nun die Chance zu ergründen, warum.

Der Hauptheld Jonny ist gleichgeschlechtlich orientiert und gehört mit zu den Oji-Crees, die zur Stammesgruppe der Anishinabe zählen. Er verlässt sein Reservat und macht sich auf die Socken in die Hauptstadt der kanadischen Provinz Manitoba. Hier, in Winnipeg verdingt er sich auf die Schnelle als Online-Sexarbeiter, damit ihm das nötige Kleingeld für Kost und Logis nicht fehlt. Bei den weißen Kunden kommt er gut an, denn viele von ihnen sind von seinem Indianerbackground beeindruckt. Auch glauben sie, er könne wie ein Naturgeist eine sich stets wandelnde Gestalt annehmen.

Die Großstadt lässt Jonny viel Freiraum, er weiß seine Eigenständigkeit zu schätzen, bleibt aber den Traditionen seines Volkes und seiner Familie verhaftet. Dann erreicht ihn die Nachricht, dass sein Stiefvater gestorben sei. Dessen Beerdigung im Reservat findet in einer Woche statt. Während Jonny vor der Webcam das Geld für die Reise verdient, kreisen seine Gedanken und Erinnerungen um die Vergangenheit: Sein Aufwachsen im Reservat, seine große Liebe Tias und seine geliebte Mutter und Großmutter, deren Weisheiten stets sein Leben stabilisierten.

Whiteheads Debütroman ist ein Buch, das in einer präzisen Sprache und faszinierenden Traumbildern um das Leben eines indigenen, queeren Two-Spirit kreist. Immer schwankend zwischen Akzeptanz und Ablehnung, zwischen Rebellion und Tradition.

Schauspieler Bernd Moss übernimmt den deutschen Part der Lesung.

Joshua Whitehead, selbst Oji-Cree aus Manitoba, forscht als Doktorand über indigene Literatur an der Universität von Calgari. Sein erfolgreicher Gedichtband „Full-Metal Indigiqueer“ erschien 2017.

WANN?
Fr, 20. 3. 2020, 20.30 Uhr

WO?
Prinz Eisenherz Buchhandlung
Motzstr. 23, Berlin-Schöneberg

WIEVIEL?
5 Euro Eintritt

BUCH:
28 Euro, im März erschienen im Albino Verlag

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