Passend zum demnächst wiederkehrenden Sommer in Berlin ist Ein Sommer in Paris in den Kinos gestartet: Regisseurin Valentine Cadiz hat sich der großen Herausforderung gestellt und ihr Spielfilmdebüt während der Olympischen Spiele 2024 in Paris mit dokumentarischen Einsprengseln gedreht. Der Film feierte übrigens in der Sektion Perspectives der Berlinale im letzten Jahr seine Premiere.
Heldin Blandine reist extra aus der Normandie an, um bei den Schwimmwettkämpfen der Frauen ihren heimlichen Schwarm Béryl anzufeuern. Die fast 30-jährige verkörpert ihre Figur mit einer Mischung aus Naivität und Freundlichkeit, die am Anfang etwas irritieren, am Ende aber bist Du von ihrem liebenswerten Wesen überzeugt. In 77 Minuten wird von den Rändern der Stadt, von einem Paris, das man so nicht kennt, erzählt. Es ist ein freundliches, sommerliches Paris. Die Hauptstädter sind vor der Olympiade genervt und fliehen, wenn sie können. Aber Touristen bevölkern die Stadt massenweise. Die stoisch wirkende Blandine stolpert nun von einem kleinen Desaster ins nächste. Erst lässt man sie wegen ihres großen Rucksacks nicht zu den Wettkämpfen, dann verläuft sie sich in den fremden Straßen, aus ihrer Unterkunft muss sie auch ausziehen. Als ob das nicht reichte, kommt sie noch mit dem Gesetz in Konflikt, woran, soviel sei gespoilert, der aufrührerische Ex ihrer Halbschwester Julie nicht ganz unschuldig ist. Der hat nämlich gar keine Bock auf die Spiele und kämpft mit Flugblättern gegen die negativen Seiten des Rummels, wie beispielsweise die Vertreibung der Obdachlosen, damit sie einfach aus dem Stadtbild verschwinden. Die Kommunikation mit Julie gestaltet sich schwierig. Na gut, die beiden haben sich Jahre nicht gesehen. Besser läuft es mit Alma, Julies kleiner Tochter, die sie bald in ihr Herz schließt. Zwischen sportlicher Hochgefühlen, chaotischen Familienmomenten und einem unvermitteltem Rendezvous folgt Blandine ihrem eigenen Rhythmus. Du als Zuschauer erlebst aus ihren Augen aber eine schöne Atmosphäre in der Stadt und mit ihr ein einprägsames Großstadtabenteuer. Die Welt trotz aller Regeln und Hektik zu erkennen und gerade in der Form sich selbst und andere zu finden, lautet Blandines Credo. Und das funktioniert auf äußerst charmante Art und Weise.
CAST
Blandine Madec – Blandine
India Hair- ihre Halbschwester Julie
Lou Deleuze – Julies Tochter Alma
Matthias Jacquin – Julies Exmann Paul
Arcadi Radeff – Benjamin, Blandines Bekanntschaft
Béryl Gastaldello – Schwimmerin Béryl
LÄUFT UNTER ANDEREM HIER:
ACUD, Veteranenstr. Mitte
Mo, 15.6., 17 Uhr + Mi, 17.6.26, 19.30 (OmU)
Mo, 22.6., 16:45 + Mi, 24.6.26 18 Uhr (OmU)
Cinema Paris , Kurfürstendamm 211, Charlottenburg
Mo, 15.06. – Mi, 17.06.26 je 17.30 ( OmU)
filmkunst 66, Bleibtreustr. 12, Charlottenburg
Mo, 15.6. – Mi, 24.6.26, je 20.30 ( OmU)
Delphi Lux, Kantstraße 10 (im Yva-Bogen), Charlottenburg
Mo, 22.06 -Mi 24.6., 14:20 uhr (OmU)
fsk , Segitzdamm 2, Kreuzberg
Mo, 15.6. – Mi, 17.6.26, je 18.15 (OmenglU)

