Blick in den ersten Ausstellungsraum "Die Berge Tirols" (Foto: AS)
Blick in den ersten Ausstellungsraum "Die Berge Tirols", rechts das Modell der Berliner Hütte (Foto: AS)

Der Berg ruft!

Berge gehören seitjeher für viele Menschen zu Sehnsuchtsorten und bieten eine weite Projektionsfläche. Das MEK greift diesen Aspekt auf und konzipierte eine Sonderausstellung. Warum gerade Tirol, mag man sich fragen. Darauf gibt es unter anderem diese Antworten: Das Museum verfügt bereits über eine Sammlung von über 900 Objekten im Altbestand. Ferner gewinnt das Gletschersterben im Zuge des Klimawandels immer mehr an Bedeutung, worauf die Ausstellung auch Bezug nimmt. Milliarden Tonnen an Eis – enorm wichtig für die Wasserversorgung – werden nämlich jährlich eingebüßt. Aber dabei nicht zu vergessen sei, wieviel Spaß die Berge machen, wir Berliner lieben die Tiroler Berge!

Die Berge Tirols warten nicht nur mit blühende Wiesen und grünen Wäldern, sondern auch mit vollen Parkplätzen und lauten Rettungshubschraubern auf. Besucher spüren hier unberührter Natur und Erholung nach. Menschen und Berge prägen einander schon lange: Berge bedrohen, ernähren und faszinieren Menschen. Jene allerdings verbauen, zerstören und erhalten die Berge. Die Schau Berge in Tirol spürt einigen dieser Beziehungen nach. Weil sich hier Natur und Kultur, Technik und Tradition verbinden, sind technische Objekte und wissenschaftliche Instrumente genauso zu sehen wie kulturelle Artefakte. Die Ausstellung bringt Dir die Berge anhand Filmen, Fotos, Büchern und Gerüchen wie beispielsweise den der Zirbelkiefer nahe.

Ein Kapitel machen Lawinen aus, die seit Jahrtausenden das Leben in den Bergen beeinflussen. Winters fallen in der Regel große Schneemengen auf steile Hänge. Werden die Massen zu schwer, stürzen Lawinen ins Tal. Diese Spektakel wurde eindrücklich in dargebotenen Videosequenzen festgehalten. Auch die Almen, von Menschen geschaffen und gepflegt, auf denen Kühe, Schafe, Ziegen und Pferde im Sommer weiden, stehen im Fokus. Natürlich darf das Thema Gletscher nicht fehlen. Seit 400 Jahren fasziniert das „ewige Eis“ Kunst und Wissenschaft, sie werden erforscht und gemessen, gemalt und fotografiert. Der komplexe Klimawandel lässt sich an Gletschern besonders ablesen. Die meisten Tiroler Gletscher verschwinden wahrscheinlich bis zum Jahr 2100.

Auch die Berghütten der Sektion Berlin sind Gegenstand der Ausstellung. Die Sektion besitzt sechs Hütten im Ötz- und Zillertal, eine wunderbare und jahrzehntelange Berlin-Tirol-Verbindung. Die Hütten sind verpachtet, doch Hauptstädter*innen kümmern sich um ihren Erhalt. Ein Modell der Berliner Hütte, die 1978 im Zillertal errichtet und als erste unter Denkmalschutz gestellt wurde, lässt sich gleich im dunkelpinkfarbenen Entrée entdecken.

Ansonsten kannst Du Dich mit Filmausschnitten der „Geierwally“, „Von Gipfelstürmer und Pistenrennen“ oder anderen Szenen aus Heimatfilmen in die Bergwelt katapultieren lassen. Und wer keine Angst vor finsteren Gestalten hat, blickt dem Krampus im letzten Raum noch ins Antlitz.

Über die gesamte Ausstellungsdauer besteht auch die Möglichkeit, sich einen Tiroler Picknickkorb zusammenstellen zu lassen. Und dessen Inhalt im Anschluss draußen auf einladendem Grün zu verspeisen. Bis 23. August finden übrigens parallel die Europäische Kulturtage 2026 mit Open-Air-Kino, Klettertag oder Workshops statt, und dreimal darfst Du raten, um welches Topic es geht.;-)

WO?
Museum Europäischer Kulturen
Arnimallee 25
Berlin-Dahlem

WANN?
29.7.2026 -25.4.2027
Mo + Die geschlossen
Mi – Fr 10 bis 17 Uhr
Sa + So 11 bis 18 Uhr

WIEVIEL?
Eintritt 10,-/ ermäßigt 5 Euro
Picknick-Familienkorb: 20 Euro, inklusive Tiroler Spezialitäten (Vorbestellung per E-Mail an info@esskultur-berlin.de)

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