Offizielles Festivalplakat, Ausschnitt (©filmfest-frauenwelten.de)
Offizielles Festivalplakat, Ausschnitt (©filmfest-frauenwelten.de)

Frauen weltweit im Fokus

Tiefgreifende politische Umwälzungen haben zur Folge, dass sich die Lebenssituation von Frauen, vor allem in der Ukraine, Afghanistan und im Iran drastisch verschlechtern. Auch Gesetzesveränderungen zu beispielsweise Schwangerschaftsabbrüchen in den USA und Europa tragen dazu bei. Dem will das 22. Filmfest FrauenWelten ein klares Statement entgegensetzen. Mit drei Themenschwerpunkten nimmt es Bezug auf obige Entwicklungen, zeigt aber auch Perspektiven, die Hoffnungen zulassen. In über 30 Kurz, Spiel- und Dokumentarfilmen aus mehr als 20 Ländern sind Frauenrechte verschiedener Kulturen in den Vordergrund gerückt. Du hast hier die Möglichkeit, Dich mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen, deren Filme noch lange nachhallen werden.

Ein Hauptaugenmerk wird auf das Thema Gewalt gegen Frauen als Kriegswaffe gelenkt. Hierzu steht der Film
Butterfly Vision auf dem Programm. Protagonistin ist eine ukrainische Luftaufklärungsexpertin, die darf nach Monaten in russischer Kriegsgefangenschaft nach Hause zurückkehren darf. Jedoch lässt sich das Erlebte kaum verdrängen, und sie quält sich zunehmend. Jedoch will sie auch keine Opferrolle einnehmen.

Frauenrechte und Religion bilden einen weiteren Schwerpunkt. Religiöse Strukturen schanzen Männern weltweit mehr Macht und Rechte als Frauen zu. Somit können diese politisch nur noch eingeschränkt oder kaum noch agieren. Allerdings gibt es auch Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts, die auf der einen Seite Anpassung üben und Predigern huldigen. Auf der anderen Seite aber Jagd auf freigeistige Geschlechtsgenossinnen machen und diese verprügeln. Der Film Medusa von Anita Rocha da Silveira veranschaulicht jenes Gebaren auf entlarvende Weise.

Die dritte Säule bildet das Topic Selbstbestimmung. Weltweit werden über 200 Millionen Frauen der Genitalverstümmelung unterzogen. Sich dagegen zu wehren, ist nicht erst seit „Wüstenblume“ oder „#FEMALE PLEASURE“ ein wichtiges Anliegen. Im hier präsentierten Do you remember me reist Sara, die als Siebenjährige dem ‚Ritual‘ unterlag, nach Äthiopien, wo sie nach Gesprächen mit ihrer Großmutter und Betroffenen beschließt, gegen Beschneidung anzukämpfen.

Die Festival-Eröffnung wird von Yvan Attals Film Menschliche Dinge bestritten. Durch die Anklage des Sohns wegen Vergewaltigung einer 16-Jährigen gerät das Leben der Vorzeigefamilie Farel aus dem Lot. Charlotte Gainsbourg brilliert in der Hauptrolle, ihr Sohn spielt den Sohn, und ihr Mann führt Regie.

Das Festival, mit vielen Gastauftritten gespickt, wird zudem durch ein üppiges Rahmenprogramm, das eine Ausstellung, eine Lesung und Stadtführungen beinhaltet, komplettiert. Besonders hervorzuheben sei außerdem, dass viele der Filme gestreamt werden können. Die Übersicht findest Du hier.

WANN?
Eröffnung: Mi, 26.10., 19.30 Uhr
bis Mi, 2.11., 21 Uhr

WO?
Kino in der Kulturbrauerei
Schönhauser Allee 36
10435 Berlin

TICKETS?
direkt im Kino oder auf Cinestar


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