Simply Danish

Die Herzen von Schmuckliebhaberinnen werden hier eine rasante Frequenz anschlagen.  Denn obwohl die Ausstellung „Simply Danish“ nur in einem Raum präsent ist, hat sie es in sich.  Wie gut, dass sich das Berliner Ehepaar Marion und Jörg Schwandt seit fünf Jahren der Sammelleidenschaft hingab, so kommst Du jetzt in den Genuss, das großartige Ergebnis bestaunen zu können.

Knapp zweihundert Silberschmuck-Arbeiten von 48 dänischen Künstlern wie Henning Koppel, Georg Jensen, Nanna und Jørgen Ditzel, Bent Knudsen, Bent Gabrielsen Pedersen u.a.m. sind in Vitrinen ausgestellt und somit zum Greifen nah. Dabei werden die verschiedenen Strömungen des dänischen Schmuck-Designs im 20. Jahrhundert anschaulich widergespiegelt. Inspiriert wurden die Eurpoäer vom japanische Kunsthandwerk, das anlässlich der  Weltausstellung damals nach Europa schwappte.

Silber, durch seine Weichheit leicht zu verabreiten, sollte zunehmend Verwendung in weniger wohlhabenden Kreisen finden und nicht nur der Bourgeoisie als Statussymbol vorbehalten sein. Talentierten Schmiede wollten durch schöne Dinge den Geschmack der Gesellschaft in positive Richtung beeinflussen. Hierbei galt es, das Zusammenwirken von Künstlern und Handwerkern zu fördern und auszubauen.

Armband, Ring, Armreif (Foto: AS)

Spielen bei den Schmuckstücken in den 30er bis 50er Jahren noch florale,  organische Formen – vom Frosch bis zur Libelle  – eine Rolle, geht es später strenger und  geometisch zu. Ob Gürtelschließen, Halsreif, Broschen oder Ringe, die Vielfalt der ausgestellten Schmuckstücke beeindruckt und verzaubert. Mal mit Hämatit, Amethyst oder Lapis, mal geschmiedet, genietet oder gestanzt. Durch Ziselierungen an den Objekten enstand ein 3D-Effekt genauso wie nach aufgetragener Schwefellösung, die das Silber oxidieren und schwarz werden ließ.

Stücke von Georg Jensen und Mogens Ballin, die zu den Ikonen der Gestalter gezählt werden können sind mehrfach präsent. Dass Jensen auch Kumor hatte, bewies er mit seiner Jospephine-Baker-Brosche. In Zeiten des Zweiten Weltkriegs wollte er damit die Bevölkerung etwas aufheitern.

Josephine-Baker-Brosche rechts (Foto: AS)
Josephine-Baker-Brosche rechts (Foto: AS)

Ballin kehrte aus Paris nach Dänemark zurück. Das Multitalent richtet sein Haus von Möbeln bis hin zu den Tapeten selbst ein, macht dann eine Silberschmiede auf. Die Entwürfe kreiert er selbst, zur Umsetzung holt er sich präzise arbeitende Handwerker ins Haus.

Bent Knudsen spielt mit Dreiecken und Kreisen und entwirft ein wunderschönes Armband mit Schraubverschlüssen, was sicher so manch Dame in ihrer Schatulle wünschte.

Dreieickarmband von Knudsen (Foto: AS)
Dreieickarmband von Knudsen (Foto: AS)

Die ästhetischen Leistungen der Dänischen Schmuckgestalter, die in der Tat meistensteils Männer waren, beeindrucken bis heute, und die Ausstellung macht einfach großen Spaß. Neben Führungen, die sonntags um 15 Uhr stattfinden, gibt es auch die Möglichkeit, an einem Workshop teilzunehmen. Dann kannst Du versuchen, Dein Lieblingsstück nachzubasteln.

MUSEUM
Bröhan-Museum
Schlossstraße 1a
Berlin-Charlottenburg

ÖFFNUNGSZEITEN:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

AUSSTELLUNGSDAUER:
bis 3.März 2019

EINTRITT:
8,- € / ermäßigt 5,- €
an jedem 1. Mittwoch im Monat frei

FÜHRUNGEN
mit einer Schmuckdesignerin: 27.1., 10.2., 24.2.
mit den Sammlern: 3.2., 17.2., 3.3

WORKSHOP
Sa, 23.02.2019, 14–17 Uhr
49,– € p.P. inkl. Eintritt und Material,
Anmeldung:  info@broehan-museum.de

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