Kunst im Kantgaragen-Palast

Die Kantgaragen in Charlottenburg können sich als eine der wenigen Hochgaragen der Moderne rühmen, die noch erhalten sind. Und bis vor kurzem wurden sie auch noch genutzt. Durch ihre filigrane Fassade aus Stahl und Glas, doppelläufige Wendelrampe und Garagenboxen stellen sie ein einsdrucksvolles Zeugnis der Automobilgeschichte und der Architektur des frühen 20. Jahrhunderts dar.
2013 drohte fast der Abriss, aber nun soll das Bauwerk saniert und die Garagenebenen für neue Nutzungen geöffnet werden.

Ausstellung in der Kantgarage (Foto: Anne Schüchner)

Ende September wurde im Bücherbogen die Frage diskutiert, was von dem Kantstraßen-Denkmal übrig bleibt, wenn es zu einem Galerie- und Bürogebäude umgebaut wird. In der Runde kamen nebem Eigentümer Dirk Gädeke, Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf Oliver Schruoffeneger auch Mitglieder des Werkbundes und der Bürgerinititative zur Erhaltung der Kantgaragen zu Wort.

Jetzt wurde das fünfte Stockwerk der heiligen Hallen zu einer großen Ausstellungsfläche umfunktioniert, was sich die Enter Art Foundation – eine Non-Profit-Organisisation – ausgedacht hat. Sie zeigt Werke von 49 Künstlern, die die Schulbänke der ganz Großen drückten: Gerhard Richter und Geor Baselitz. Dabei sind größtenteils sehr junge Talente aus 23 Ländern, darunter Italien, Mexiko, der Ukraine, Japan, Deutschland, kurzum – aus der ganzen Welt.

Stereo-Zeichnung des bulgarischen Künstlers Mario Grigorov (Foto: Anne Schüchner)

Zu bestaunen ist ein Mix aus Fotografie, Malerei, Zeichnungen, Collage, Skulptur und Druckgrafik. Die Präsentation der ambitionierten Arbeiten im rauen und runtergerockten Flair der Kantgaragen übt auf den Besucher ein ganz eigenes Flair aus. Leider läuft  diese grandiose Schau nur noch bis Sonntag. Unbedingt hingehen!

ZEITRAUM:
Sa, 14. – So, 22. Oktober
täglich von 12 bis 20 Uhr

FINISSAGE:
Sonntag, 15 Uhr

ADRESSE:
Kantstr. 126/127

EINTRITT:
frei

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