HG Esch bei Aedes (Foto: Anne Schüchner)
HG Esch bei vor seinen Werken bei Aedes (Foto: Anne Schüchner)

Transformationen von HG Esch

HG steht für Hans-Georg. Wer den renommierten Fotografen, der auch Filme dreht, noch nicht kennt, kann das ändern. Aedes zeigt unter dem Titel „Haus und Horizont – Transformationen“ unterschiedliche Fotoserien des 57-jährigen Spezialisten in Sachen Architekturaufnahmen.

Das verbindende Element dieser ungewöhnlichen fotografischen Gegenüberstellung ist das Thema der Umwandlung, das Fotograf HGEsch am Beispiel von zwei unterschiedlichen Schwerpunkten darstellt. Auf der einen Seite die Transformation des ehemaligen Verwaltungsgebäudes des Leuchtenherstellers Osram in München. 1965 von Walter Henn erbaut, fungierte es als erstes Großraumbüro in Europa. Die Geschichte des Hauses wurde im selben Jahr von Heinrich Heidersberger in Schwarz-Weiß festgehalten. Sohn Benjamin verwaltet nun seinen den Nachlass.

Ab 2010 wandelt Hans Georg Esch nochmal auf den Spuren des Gebäudes und erzählt in Farbfotos seine eigene Geschichte. 2010 verlässt Osram das Gebäude und zieht von der Hellabrunner in die Marcel-Breuer-Straße, fünf Jahre später dient es 800 Flüchtlingen aus Syrien und Afrika als Unterkunft. Obwohl das Haus unter Denkmalschutz steht, gelingt es 2018 einem Investor, es aufzukaufen und abzureißen. Welch trauriges Schicksal! Beide Osram-Fotoserien halten in der zeitlichen Abfolge ihres Entstehens ein Stück unvergesslicher Historie fest.

OSRAM Verwaltung in München (©Heinrich Heidersberger 1965)
OSRAM Verwaltung in München (©Heinrich Heidersberger 1965)

Auf der anderen Seite sind beeindruckende, teils achte Meter breite Stadtpanoramen zu sehen, die der in Neuwied Geborene in unterschiedlichen Techniken von 2012 bis 2020 auf Zelloloid bannt, teils aus 12 Fotos zusammengesetzt. In diesen Großpanoramen lässt sich der zeitliche, geschichtliche und räumliche Wandel der abgebildeteten Metropole in einem einzigem Motiv ablesen. Sowohl die Opulenz der breiten Bilder wird deutlich als auch ihr detailreicher Inhalt, der nur zum Zeitpunkt der Aufnahmen existierte. So lässt sich beispielsweise auf dem Panorma der Millionenstadt Chongqing beim genauen Betrachten ein Autounfall erkennen. Die Fotos, aus der Ferne oder von oben geschossen, zur möglichst gleichen Uhrzeit, fixieren auf hervorragende Art und Weise die Silhoutte als Charakteristikum der Stadt.

Städtepanoramen von 2012-2020 (© HG Esch)
Städtepanoramen von 2012-2020 (© HG Esch)

Esch ist seit 1989 als Architekturfotograf und Filmemacher freischaffend. Außerdem entwickelte er zahlreiche künstlerische Konzepte, die in großen Bildserie und Büchern zusammengefasst werden. Er lebt und arbeitet in Hennef, NRW.

Wenn Du Dich von den großartigen Panoramafotos auch flashen lassen willst, vereinbare einfach vorab unter
Tel. 030/ 2827015 einen Besuchstermin. Der Clou: Es sind auch Ausstellungsrundgang mit HG Esch persönlich buchbar, jeweils um 18 Uhr am: Die, 27. April und Mi, 5. Mai 2021.

WO?
Aedes Architekturforum
Christinenstr. 18a
10119 Berlin

WANN?
Die-Fr 11-18.30 Uhr
So-Mo 13-17 Uhr
bis 20.5.2021

EINTRITT
frei, aber ein negativer Coronatest sichert den Einlass

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