UNO Reporterin Leilani Farha in New York. (Foto: Janice d’Avila)

„Push“ – Das weltweite Geschäft mit dem Wohnen

Die Mieten in Paris und London waren schon immer gepfeffert. Leider steigen sie inzwischen auch in deutschen Städten wie Berlin. Zunehmend mehr Menschen, die kein Vermögen besitzen, können sich ihre Wohnung nicht mehr leisten. Der Dokumentarfilm „Push“ ergründet, wie sogenannte Hedgefonds mit dem Grundbedürfnis nach Wohnen
satten Profit machen.

Filmenacher Fredrik Gertten lenkt den Blick auf das weltweit wachsende Problem, dass Wohnen in vielen Innenstädten für Normalsterbliche unerschwinglich wird. Denn die Mieten steigen, die Einkommen hingegen nicht. Laut einer amerikanischen Soziologin seien weder Hipstercafés noch boomende Fitnessstudios das Problem. Vielmehr liegt die Bedrohung darin, dass Wohnungen zu Spekulationsobjekten verkommen. Und diese Entwicklung begann schon in den 80er-Jahren, nahm aber mit der Finanzkrise 2008 rasante Fahrt auf. Hedgefonds, so Gertten, kaufen mit Vorliebe billige Immobilien in sozialschwachen Vierteln, vertreiben danach die Mieter mit saftigen Mieterhöhungen, um die Wohnungen im Anschluss teuer weiterverkaufen zu können. Wohnhäuser würden in Metropolen oft nicht mehr für Mieter gebaut, sondern nur noch als Wertanlage. Man lasse Häuser teilweise jahrzehntelang leer stehen, weil sie sich ohne Mieter leichter verkaufen ließen. Die Folge: verödete Innenstädte, wie sie aus Venedig beispielsweise bestens bekannt sind.

Wir stehen an einem Wendepunkt, sagt die UN-Sonderberichterstatterin für das Menschenrecht auf Wohnen, Leilani Farha. Denn verschärft werde das Problem dadurch, dass eine wachsende Urbanisierung mit der Lohnentwicklung -Mietpreis-Schere zusammenfalle.

Gertten hat Leilani Farha, UN-Sonderberichterstatterin für das Menschenrecht auf Wohnen bei ihrer weltweiten Tour begleitet, sie untersucht die Situation in Städten von Seoul bis Berlin. In unserer Stadt exisiteren zumindest Initiativen, die den Verkauf von Häusern an Investoren verhindern wollen.

Der Film liefert natürlich keine präzisen Analysen oder Erklärungen, aber schafft es, dem aktuellen Problem, das hier als veränderbar und nicht als unvermeidliches Schicksal kommuniziert wird, noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Allein deswegen lohnt sich der Besuch im Kino.

WANN?
Do, 29.8., 19.30 Uhr
Sa, 7.9., 19 Uhr
So, 8.9., 13.30 Uhr

WO?
Zeiss-Großplanetarium, Kinosaal
Prenzlauer Allee 80
Berlin, Prenzlauer Berg

FÜR ?
9 € / erm.7 €

Sprache: En, Es, It, De, Ko (OmU)
Dauer: 92 min

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