Holzbox. (Foto: Tim Grimme)
Projekt: Holzbox in Uslar (Foto: Tim Grimme)

Wie werden wir wohnen?

Dass Niedersachsen und Schleswig-Holstein in Berlin Vertretungen haben, ist kein Geheimnis. Aber wusstest Du auch, dass sich beide Länder ein Gebäude teilen? Dieses wurde nach einem Entwurf des Darmstädter Architekturehepaares Birgit Cornelsen und Caspar Seelinger gebaut, und ihm lohnt sich einmal mehr einen Besuch abzustatten. Das kannst Du notfalls auch mit einer Shoppingrunde in der Mall kombinieren, die fast gegenüber liegt.

Allen, die sich für Bauformen interessieren, sei die kleine, aber feine Ausstellung im Foyer der Landesvertretung ans Herz gelegt. Im Zwei-Jahres-Turnus vergibt Niedersachsen einen Staatspreis für Architektur und das bereits seit einem Vierteljahrhundert. Nun musste die Preisverleihung 2020 coronabedingt in einer Hybridveranstaltung mit Onlinestreaming über die Bühne gehen. Erst jetzt, fast ein Jahr später, sind die Ergebnisse zum Thema „Wohnen- zukunftsweisend, klimagerecht!“ doch in live und Farbe zu begutachten. Von den 71 Einreichungen gelangten 12 in die engere Wahl, die durchaus richtungsweise Lösungen zum Thema präsentierten. Daraus wurden nochmal drei Projekte gewählt, unter diesen schließlich ein Gewinner gekürt.

In die engere Wahl kam beispielsweise das Projekt Holzbox. Umbau und Aufstockung eines ehemaligen Kindergartens in ein Zweifamilien-Passivhau in Uslar-Volpriehausen. ( s. Foto oben). Hier wurde der Kindergarten genutzt, um ein nachhaltiges Wohnkonzept umzusetzen. Entstanden ist ein moderner Doppelhaustyp, der die Gebäudestrukturen zeitgemäß interpretiert und in der Formensprache mutige Zeichen setzt. Ein Obergeschoss wurde in Holzbauweise ergänzt. Durch die Weiternutzung vorhandener Bausubstanz des Kindergartens zeigt sich trefflich die Nachhaltigkeit des Projekts.

Auch spannend: Der Umbau der denkmalgeschützten Gerhard Uhlhornkirche in Hannover zu Studenten-Wohnungen. Der Sakralbau wurde 2012 entwidmet, und nun gibt es eine Gemeinschaftsküche, wo einst die Orgel spielte. Entstanden sind 34 studentische Wohneinheiten und vier wohnraumgeförderte Appartements. Der Umbau beweist, dass ein gelungenes Miteinander von neuer Nutzung machbar ist und durchaus zur Nachahmung animieren sollte.

Die Lichtsäulen mit präsentierten Arbeiten (Foto: AS)

Lass Dir die architektonisch ideenreichen Projekte nicht entgehen, denn sie werden nur eine Woche lang gezeigt. In sorgfältig ausgearbeiteten Präsentationen mit ansprechenden Fotos und Texten sind alle 71 Einreichungen auf kleinen Lichtsäulen im Foyer zu beschauen. Du findest neben Turmhäusern, Stadtquartieren, Neubauten, Siedlungen und Kloster in Hannover, Lüneburg, Celle, Hameln, Gifhorn gelungene Projekte in ganz Niedersachsen verteilt, die sich auf ganz wunderbar vielfältige Weise dem Thema angenähert haben. Gut zu wissen, was alles geht. Wohnen ist politisch und muss mehr sein, als Nutzfläche zu bieten. Ebenso gestaltet sich das Thema Nachhaltigkeit als äußerst komplexe Angelegenheit und beinhaltet, das jeder Einzelne Verantwortung übernehmen muss und bereits sein sollte, neue Wege zu gehen. ist. Das wird deutlich und anregend vorgeführt.

Falls Du dann so vor Begeisterung sprühst, dass Du Dich noch mehr in alles vertiefen möchtest, nimm eine Broschüre mit, die weiterführende Informationen über alle beteiligten Projekte, die Juryarbeit und Preisverleihung beinhaltet.

Der nächste Staatspreis wird übrigens schon im Januar 2022 verliehen.

WANN?
11.10.-18.10.21,
werktags 11 bis 17 Uhr

WO?
Landesvertretung Niedersachsen
An den Ministergärten 10
Berlin Mitte

EINTRITT?
frei

Es gelten jedoch die 3-G-Regeln.

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