Postkarte vom Strassburger Münster (Foto: AS)

Schreib mal wieder!

Das Museum für Kommunikation hat eine liebevoll kuratierte Ausstellung zum Thema Karten auf die Beine gestellt. Unter dem Titel Mehr als Worte. 150 Jahre Postkartengrüße kannst Du Dir eine enorme Vielfalt dieses Exemplars zu Gemüte führen. Die Postkarte, einst noch als anstößige Form des Austausches im Feuer der Kritik – jeder kann schließlich mitlesen und dsa Postgeheimnis ist nicht mehr gewahrt – trifft sie dann doch den Nerv der Zeit und wird beliebtes Kommunikationsmittel. Auch hundert Jahre nach ihrer Einführung 1869 als erstes in Österreich-Ungarn, gefolgt von Deutschland ein Jahr später und für den Weltpostverkehr 1872 zugelassen, wird sie gerne verschickt.

Hier kannst Du vor etwas über die Geschichte der Entstehung und Entwicklung der Postkarte als Spiegel der Gesellschaft erfahren. Im Vergleich zum Brief ist die Postkarte ein Mittel der Kurzkommunikation. Hauptsächlich wurde sie als Medium zum schnellen Informationsaustausch auf persönlicher oder wirtschaftlicher Ebene genutzt.

In den 1870er Jahren vollzieht sich dann ein Wandel von der Post- hin zur Ansichtskarte. Die Anschriftenseite der Postkarte links oben wurde mit Zeichnungen oder gedruckten Bildern versehen. Später wird die Mitteilungsseite der Karte Stadtansichten oder grafischen Motiven gepfert.

Feldpostkarte von Dezember 1940, Foto: Anne Schüchner

Besonders spannend ist die Sektion „Feldpostkarten“, die damals von der Post gebührenfrei transportiert wurden. Die im Krieg eingesetzten Soldaten konnten so Nachrichten nach Hause schicken, häufig mit der Bitte nach Lebensmittelsendungen oder wie oben mit Urlaubsankündigungen gespickt. Im deutsch-französischen Krieg 1870/71wurden Millionen, im Ersten Weltkrieg dann schon Millarden dieser Karten versandt.

Werbepostkarte des niederländischen Likörherstellers BOLS mit Sitz in Amsterdam, Foto: Anne Schüchner

Auf insgesamt 190 Ständern mit je zwei Postkarten kannst Du in chronologischer Abfolge in die Kaiserzeit über die Weimarer Republik und das Dritte Reich bis hin in die sozialistischen Heimat oder auch die schöne bunte Bundesrepublik eintauchen. Motive aus den Bereichen Tiere, Freizeit, Märchen, Erotik und Reklame dürfen natürlich auch nicht fehlen. Das schier unerschöpflich Spektrum wird durch ein Rohrpostsystem komplettiert. Deine Begleitung lässt sich bestimmt gerne von einer Message, verstaut im einem zylindrischen Behälter, überraschen.

WO?
Museum für Kommunikation
Leipziger Str. 16
Berlin-Mitte, U Stadtmitte

WANN?
Die-Fr 9-17 Uhr
Sa+SO 10-18 Uhr
bis zum 5. Januar 2020

EINTRITT?
6,-/erm. 3,- Euro

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