Schwertfisch aus recycelten Materialien (© Gabriel Feitel)

Berliner Künstler im Quartett

Ein kleines Juwel unter den Showrooms, mitten im Herzen von Prenzlauer Berg, ist die Galerie erstererster, die sich als Raum für Kunst und Design versteht. Als Verein bereits 2005 gegründet, wird hier Kreativen eine unaufgeregte Platform für Ausstellungen und Vortragsreihen geboten.

Galerie erstererster Logo (Foto: Anne Schüchner)
Galerie erstererster Logo (Foto: Anne Schüchner)

Die nächste Schau, die sich in den Räumlichkeiten präsentiert, ist so vielseitig wie genreübergreifend. Mit von der Partie sind fünf Berliner Künstler: Der in Friedrichshain geborene Gabriel Feitel. Er hat Recycling zu seinem Steckenpferd erkärt, und das lange vor der Greta-Initiative und der Diskussion um ökologischen Fußabdruck. Aus Teilen profanen Hausmülls oder Gebrauchsgegenständen lässt er etwas Neues entstehen und verleiht dem Abfall der westlichen Industrie eine amüsante Frische. So wird beispielsweise aus leeren Schnapsflaschen eine schwergewichtige grün schimmernde Lampe, die skultpuralen Charakter mitbringt.

Auch Sprühtechniken nutzt der 47-jährige Hobbymusiker und entwirft Schablonen mit Motiven aus dem Tierreich, die auf Holz oder Hartfaser realisiert, gut zur Geltung kommen. Seine Bilder, Collagen und Assemblagen lassen sich als Gesamtkunstwerk verstehen, die Faktoren des Irdrischen und der Fantasie symbiotisch vereinen.

Skulptur von Feitel, Assemblage von Kulot (Foto: Anne Schüchner)
Skulptur von Feitel, Assemblage von Kulot (Foto: Anne Schüchner)

Christina Kulot, Weltreisende und ehemalige New York City resident, ist seit 2002 Wahlberlinerin. Die studierte Sozialpädagogin begann nach nine eleven mit dem Malen, weil sie sich nach dem Crash auf die Suche nach Halt begab und diesen in der Kunst fand.
Sie lässt sich in ihren Arbeiten von der Farbigkeit der Natur, den sich wiederholenden Kreisläufen wie den Wechsel der Jahreszeiten und den daraus resultierenden Veränderungsprozessen inspirieren. So ist nach dem Eindruck der Tulpenpracht in Instanbul (ja, die gibt es nicht nur in Amsterdam!) eine Serie von von abstrakten Bildern auf Leinwand und Papier entstanden, die den Titel „Joy of Nature“ trägt und hier in der Ausstellung auch mit zwei Werken vertreten ist.

Tusche, Tinte und Aquarellfarbe benutzt die sympatische Charlottenburgerin genauso wie Acrylfarbe oder auch Papp- und Papierreste, um Assemblagen herzustellen, die dann pop-art-ig übermalt werden. Ein Interview mit ihr kannst Du hier nachlesen.

Flankiert werden beide bildenden Künstler durch den Fotografen Jonas Eslner, der großformatige und stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Berlin-Bilder dazusteuert und „C U soon“ aka „unknow“, der nicht so viel von sich preis geben. Aber das sorgt schließlich auch für noch mehr Spannung, die der Samstagabend garantiert bereithält.

Schau vorbei, ein. zwei Künstler sind immer anwesend.

P.S. Und solltest Du Dich in ein Objekt, Bild, Foto verlieben oder gar schon an die Weihnachtsgeschenkeplanung denken, kannst Du das selbstredend auch käuflich erwerben. Preise dann nach Absprache mit den Künstlern.

WANN?
Vernissage, Sa, 12. 10. 2019, ab 17.30 Uhr
Finissage, Sa, 19.10.2019, 18 Uhr

WO?
Galerie erstererster
Pappelallee 69, Ecke Buchholzer Straße
10437 Berlin

GEÖFFNET
ab Sonntag 13.10., von 14-22 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung: 0177 / 7121078

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